2021-08-26-KSTA-Explosion in Leverkusen Brandbekämpfer mit Schadstoffen belastet

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  • Erstellungsdatum 26. August 2021
  • Zuletzt aktualisiert 26. August 2021

2021-08-26-KSTA-Explosion in Leverkusen Brandbekämpfer mit Schadstoffen belastet

2021-08-26-KSTA-Explosion in Leverkusen Brandbekämpfer mit Schadstoffen belastet

Donnerstag, 26. August

Ergebnisse des Bio-Monitorings sind da

15.36 Uhr: Allen 460 Einsatzkräften bei der Explosion am Müllofen wurden Blut- und Urinproben abgenommen worden. Am Donnerstag machte Currenta die Ergebnisse öffentlich. Insgesamt habe es rund 23.000 Untersuchungen gegeben. Das Ergebnis: 55 Personen hätten Konzentrationen aufgewiesen, die nahe oder oberhalb der zulässigen arbeitsmedizinischen Grenzwerte lagen.

In vier Proben seien Konzentrationen des Lösungsmittels Aceton nachgewiesen worden. 13 Proben hätten Kresolwerte im Warnbereich oder darüber aufgewiesen. Das bedeute: Der kritische Grenzwert wurde zu mindestens 75 Prozent erreicht. Die Lösungsmittel 1-Propanol und 2-Propanol seien ebenfalls in 13 Proben gefunden worden, zwölf hätten Konzentrationen von PAKs im Warnbereich oder darüber enthalten. Bei 18 Proben seien zudem Benzol-Konzentrationen festgestellt worden. Der Stoff ist auf die Dauer krebserregend.

Prof. Hans Drexler, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, habe die  Befunde so eingeordnet: „Im Vergleich zu am Arbeitsplatz üblicherweise vorliegenden Belastungen sind die gefunden Werte natürlich hoch. Da es sich aber um ein einmaliges Ereignis gehandelt hat, sind die Befunde anders zu bewerten." Denn die vom Ausschuss für Gefahrstoffe erarbeiteten Grenzwerte basierten auf einer dauerhaften Exposition über das gesamte Arbeitsleben. Im Vergleich dazu sei die nach der Explosion festgestellte Belastung „sehr gering“.

Alle Einsatzkräfte seien von Currenta über ihre Ergebnisse informiert worden. Probanden mit erhöhten Werten seien ergänzende medizinische Beratungen sowie Folgeuntersuchungen angeboten worden, hieß es am Donnerstag.