2023-09-12_ PM Erhöhter PCB-Gehalt in Löwenzahnproben aus Opladen

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  • Erstellungsdatum 12/09/2023
  • Zuletzt aktualisiert 13/09/2023

2023-09-12_ PM Erhöhter PCB-Gehalt in Löwenzahnproben aus Opladen

2023-09-13_RP_PCB-Alarm in der Opladener Neustadt

2023-09-12_PM_Erhöhter PCB-Gehalt in Löwenzahnproben aus Opladen

Erhöhter PCB-Gehalt in Löwenzahnproben aus Opladen: Weitere Untersuchungen sollen mögliche Quellen identifizieren

 

Bei Untersuchungen des Landesumweltamts (LANUV), die von der Bezirksregierung in Auftrag gegeben wurden, ergaben sich in der Opladener Neustadt Anhaltspunkte für eine Belastung mit Polychlorierten Biphenylen (PCB). Analysiert wurden Löwenzahnproben an 12 Standorten in diesem Bereich. Bei dieser Beprobung wurden vor Ort wachsende Löwenzahnpflanzen als Modellpflanzen für zum allgemeinen Verzehr bestimmte Blattgemüse entnommen. An zwei Stellen, an der Wilhelmstraße und Fixheider Straße, lagen die PCB-Belastungen dieser Proben oberhalb der Orientierungswerte für den maximalen Hintergrundgehalt (OmH). Insgesamt können die gefundenen PCB-Belastungen sowohl über den Luftpfad eingetragen worden sein, als auch aus dem Boden stammen. Dem wird nun nachgegangen.

 

Der städtische Fachbereich Umwelt wird gemeinsam mit dem LANUV an geeigneten Stellen Bodenproben entnehmen. Weiterhin führt das LANUV im Auftrag der Bezirksregierung Köln eine sogenannte „Grünkohlexposition“ durch. „Grünkohl ist aufgrund seiner großen Blattoberfläche und der mächtigen Wachsschicht auf den Blättern ein sehr guter Bioindikator für PCB-Belastungen, die über den Luftweg eingetragen werden und wurde schon in vielen Untersuchungen erfolgreich eingesetzt“, so Dr. Katja Hombrecher vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. „Die Grünkohlpflanzen werden dabei in Pflanzcontainer mit einem unbelasteten Substrat gesetzt, so dass Einträge aus dem Boden ausgeschlossen werden können.“ Die Grünkohlpflanzen werden an mehreren Stellen in Opladen ausgebracht, im November geerntet und auf ihre PCB-Gehalte untersucht. Sollten auch im Grünkohl erhöhte Werte festgestellt werden, lässt dies Rückschlüsse auf die Art des Eintrags zu. Ziel ist es, mögliche Quellen zu identifizieren.

 

Von einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung sei nicht auszugehen, so die Experten des LANUV. Bis Daten aus dem Messprogramm vorliegen, empfehlen die Behörden dennoch, vorsorglich auf den Verzehr von selbstangebautem Gemüse in größeren Mengen in dem Bereich zwischen Friedrich-List/Robert-Koch-Straße und Kölner Straße, Karlstraße und Robert-Blum-Straße zu verzichten. „PCB können die Gesundheit schädigen. Ihre akute Toxizität ist zwar gering, sie können jedoch langfristig durch wiederholte Aufnahme über die Nahrungskette und Speicherung im Körperfett zu Störungen des Immunsystems und anderer Organfunktionen führen“, sagt die Leverkusener Amtsärztin Dr. Mirja Stevens. „Deshalb die Empfehlung, keine größeren Mengen von selbstangebauten Pflanzen zu verzehren. Da Nutzgärten heutzutage eher selten geworden sind, gerade in gemeinschaftlich genutzten Innenhöfen von Mehrfamilienhäusern, ist die Verzehrempfehlung in diesem Areal vor allem eine Vorsichtsmaßnahme.“ Die Anwohnerinnen und Anwohner werden mit einer Hauswurfsendung informiert.

 

Infokasten, Polychlorierte Biphenyle (PCB)

PCB, also polychlorierte Biphenyle, sind gesundheitsschädlich und können krebserregend sein. PCBs wurden seit 1929 als Kühl- und Isoliermittel, als Hydraulik- und Wärmeübertragungsflüssigkeit in vielen Industriezweigen eingesetzt. Zugleich diente PCB auch als Weichmacher und Brandverzögerer für Lacke, Farben, Klebstoffe, Dichtungsmassen, Kunststoffe und Verpackungsmittel. Seit 2019 zählen PCB EU-weit zu den Stoffen, deren Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung auch als Bestandteil von Artikeln verboten sind. Dennoch können sie in Altgeräten und Baustoffen nach wie vor vorhanden sein und ausgasen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Heike Fritsch

stellv. Pressesprecherin

Tel.: 0214/406-8866

FB Oberbürgermeister, Rat und Bezirke

Postfach 101140

51311 Leverkusen

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